Die immerw├4hrende Diskussion um die Rechtschreibreform



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Die immerw├Ąhrende Diskussion um die Rechtschreibreform

System1 27.11.2008
Sie ist da, man wei├č es. Es stand in den Zeitungen und war in den Ger├Ąuschmedien zu h├Âren. Es muss sie also geben: Die Neue Deutsche Rechtschreibung. Nur gesehen und kennengelernt hat sie so wirklich noch keiner. Dabei waren die Spitzensprachforscher und emeritierten Schuldirektoren dreier L├Ąnder A, D, CH beteiligt. Nobelpreistr├Ąger haben vor ihr gewarnt und sogar erstmals ├Âffentlich gelacht ├╝ber die Dummheit ihrer Regeln, ich erinnere nur an G├╝nter Grass.
Herausgekommen ist folgendes (folgendes m├╝sste hier gro├č geschrieben werden, aber ich bin ein alter Schriftsetzer und habe ein Gewissen): Jeder schreibt, wie er meint, dass es richtig sei. Lehrer sitzen mit 2 verschiedenen Auflagen des Duden ├╝ber Klassenarbeiten und hoffen, das ihre Sch├╝ler keine Einspr├╝che ├╝ber ihre Benotung einreichen. Sie ist halt zum Schie├čen. Die vorige Reform, die von 1901, war notwendig geworden, weil die Schriftsprachen auseinanderdrifteten. Sie wandelte das "C" in C├Âln und Coblenz in das gesprochene "K". Das "h" aus thun verschwand und man hatte eine Schriftsprache, die sogar mit OpenOffice kompatibel war. Dann kam die angeblich von den Bundesdeutschen so herbeigesehnte NR. Erst hie├č es, das "├č", hier, in Deutschland, "ess-zett" genannt oder "rundes ess" und in Westfalen "Buckel-Ess", des Bogens wegen, der es von dem 1901 abgeschafften langem "s" unterschied, sei abgeschafft. Dann hie├č es, es sei gar nicht verschwunden, nur werde es rar gemacht. Nur bei langgezogenen Silben oder W├Ârtern darf es auftauchen: Stra├če z.B. oder Fu├č. Seltsamer Weise fand in Deutschland 2006 die Fuss-Ballweltmeisterschaft auf allen offiziellen Schreiben statt. Es h├Ątte gesprochen werden m├╝ssen wie der Russ, der dank Erdgasverwendung aus den Kaminen verschwindet, nur mit "F". Aber Ru├čland hei├čt jetzt Russland und hat es nicht einmal gemerkt. Doch das Ma├č ist noch nicht voll. Es scheint, dass die Massen dem "├č" ├╝ber die Ma├čen huldigen. Die Anrede in Briefen "Sie" und "Du" und "Euer" wurde sechsmal nach Erscheinen der NR ab- und wieder angeschafft. Es scheint so, dass die Verantwortlichen, deren Namen niemand wei├č, sich hundert Jahre haben bezahlen lassen und dann, auf dem letzten Dr├╝cker wg. "Wiedervereinigung" irgendeinen Schmonzes abgeliefert haben, um nicht mit dem einen Daumen Im Mund und dem anderen sonstwo erwischt zu werden. Es ist eigentlich unfassbar, wie mit einem der h├Âchsten Kulturg├╝ter einer Sprachgemeinschaft, n├Ąmlich der Schriftsprache, umgegangen und gegen den Volkswillen entschieden wurde.

Re: Die immerw├Ąhrende Diskussion um die Rechtschreibreform

Koschutnig 03.12.2008
Hallo, fiete!

Ungl├╝cklich?
Na, gl├╝cklich bin ich ├╝ber einiges an der RS-Reform auch nicht, vor allem, dass man nicht die gem├Ą├čigte Kleinschreibung endlich eingef├╝hrt hat. Aber doch - ein paar Sachen gefallen mir.

Zun├Ąchst aber zu deinem Schlusssatz: "Es ist eigentlich unfassbar, wie mit einem der h├Âchsten Kulturg├╝ter einer Sprachgemeinschaft, n├Ąmlich der Schriftsprache, umgegangen... wurde."
Da herrscht wohl ein verbreitetes Missverst├Ąndnis: ├ťber die Sprache ist ja nicht entschieden worden, und grade die Sprache verschlampt zusehends, doch dagegen gibt's kein vern├╝nftiges Mittel. Geldstrafen wie nun angeblich in der Slowakei?

Und wenn "Schriftsprache" bedeuten soll, so zu sprechen, wie man schreibt, dann ist z.B. die ├č-Regelung jetzt wenigstens sinnvoll - auch wenn die Beibehaltung des Spezialzeichens (und jetzt gibt's das sogar als Gro├čbuchstabe ) sehr unpraktisch ist: Wie bei allen anderen Konsonanten wird jetzt Doppelkonsonant nach kurzem Selbstlaut geschrieben. Aber nat├╝rlich h├Ątte man f├╝r jene stimmlosen s-Laute nach langem Vokal (Fliesen: flie├čen) ein -sz- einf├╝hren k├Ânnen, aus dem ja das -├č- entstanden war.
Anderes war sicher unn├Âtig, es ist ja z.B. beim Herkunftsprinzip jetzt grad so viel Durcheinander wie fr├╝her: Das neue "einbl├Ąuen" kommt ja nicht von "blau" ("einen Sch├╝ler so lang schlagen, bis es sitzt"???), 'edel' bleibt, obwohl von 'Adel' und 'die Eltern' , obwohl von 'alt', sind auch geblieben, aber wer braucht die 'G├Ąmse' wirklich? Allerdings k├Ânnt' der ├ľsterreicher jetzt erkennen, wieso er eigentlich "die Gams" so wie "der Kas" sagt; "aufwendig" aber darfst du immer noch so schreiben, auch wenn du's in den Zeitungen nicht mehr so findest.

Die neue vermehrte Gro├č- und die neue Zusammen-/Getrenntschreibung machen auch mir sicher keine Freude, doch das Adverb "seltsamerweise" bleibt 1(!) Wort, und mit den Anredef├╝rw├Ârtern, da hast du auch nicht ganz Recht: Die f├Ârmliche Anrede "Sie" aus der Barockzeit mit dem dazugeh├Ârenden "Ihr" stand doch ├╝berhaupt nie zur Diskussion, beim vertrauten "du" und "ihr/euer" in Briefen steht es jetzt aber jedem frei, sich selb(st)st├Ąndig zu entscheiden (s. ┬ž 66). Ist das so arg? Bei der du-Schreibung ist das gro├če Du aber au├čerhalb der schriftlichen Anrede so oft falsch verwendet worden, dass es sicher gescheiter gewesen w├Ąr, es ganz allgemein als falsch einzustufen.

Doch wenn du ein so alter Schriftsetzer bist, wie du behauptest, was ber├╝hrt's dich eigentlich noch so? Da haben's die Lehrer nun viel schwerer. Sie m├╝ssen sich nun ja immer wieder ├╝berzeugen, ob etwas, das sie als Fehler einsch├Ątzen w├╝rden, nicht doch vielleicht zul├Ąssig oder gar korrekt ist. Tr├Âstet dich das nicht?

Einen lieben Gru├č
K

Re: Die immerw├Ąhrende Diskussion um die Rechtschreibreform

wuppl 18.12.2008
aufwendig kommt ja meines pers├Ânlichen daf├╝rhaltens auch von den Aufwendungen die zu treiben sind und der "Aufwand" ist die verballhornung um ein k├╝rzeres Wort aussprechen zu k├Ânnen (wer wei├č obs stimmt, aber telephon und delphin schreibe ich weiterhin hartn├Ąckig mit PH)

so mags nicht unm├Âglch erscheinen, dass einige der worte durch verballhornung in die kurzform entstanden sind...vergleiche hierzu kruzit├╝rken oder eben auch die gams, wobei letztere wohl aus dem dialekt ├╝bernommen worden sein d├╝rfte...andererseits w├Ąre ein gemsenbart auch unterhaltsam, wenn der auf dem berge angetroffene orthodoxe jude zur├╝ckfragen m├Âchte "sin Se meschigge? nebbich kriegen Se da bart"

in diesem sinne gesegnete weihnacht und fr├Âhliches hanuka

lg
wuppl

Re: Die immerw├Ąhrende Diskussion um die Rechtschreibreform

Koschutnig 18.12.2008
aufwendig kommt ja meines pers├Ânlichen daf├╝rhaltens auch von den Aufwendungen die zu treiben sind und der "Aufwand" ist die verballhornung um ein k├╝rzeres Wort aussprechen zu k├Ânnen (wer wei├č obs stimmt)
lg
wuppl


Na. wuppl, ganz soo stimmt's nicht.
Im Germanischen gibt's einen "Ablaut", das ist das Auswechseln eines Stammvokals zwecks Bildung einer Zeit (siehe die starken Zeitw├Ârter, z.B. singen-sang-gesungen , winden-wand-gewunden
oder eines neuen Wortes im Sinnzusammenhang: winden - die Wand (urspr├╝nglich ein Geflecht aus Ruten); aufwenden - Aufwand. Andere Beispiele: singen - der Gesang, fliegen - der Flug ; geben - die Gabe, das Gift, Mitgift
Schreibt man "aufwendig", denkt (??) man , es kommt von 'aufwenden' ; schreibt man aber 'aufw├Ąndig' meint man, es komme von 'Aufwand' . Beides ist m├Âglich, nur haben unsere Medien offenbar ein Rechtschreibprogramm, das nur mehr 'aufw├Ąndig' zul├Ąsst.

Anders als der Ablaut ist der Umlaut, nicht ein Austausch, sondern eine Ver├Ąnderungen eines Vokals, zumeist durch ein -i- in der n├Ąchsten Silbe., z.B. bei 'aufw├Ąnd i g", wenn's von 'Aufwand' kommt, oder bei vielen Mehrzahlformen: Wo heut ein -e steht, da war fr├╝her ein -i : W├Ąnde, Schl├╝sse, N├Âte. 'L├Ąmmer' hie├č einmal ' lembir' , denn die Umlautschreibung ist recht jung. "edel" war 'adilo', ''die Eltern' sind klar die '├ältern', und manchmal erkennt man den Zusammenhang gar nicht mehr: "brenzlig" sollte man eigentlich 'br├Ąndslig' schreiben, da es von 'Brand' kommt; da brennt der Hut sozusagen! Da haben die Rechtschreibreformer aber nicht mehr mitgemacht.

Eine 'Verballhornung' ist ein bisserl was anderes:
Ein L├╝becker Buchdrucker Johann Balhorn hat auf eigene Faust Verbesserungen in seinen Druckwerken gemacht, wie das im 16. Jh. jeder Drucker getan hat. Viele davon waren allerdings eher "Verb├Âserungen" als Verbesserungen. Da 'Tollpatsch' nichts mit 'toll' zu tun hat oder 'einbl├Ąuen' nichts mit 'blau' und der 'Leberk├Ąse' nichts mit ' 'Leber' , so sind das Verballhornungen.

Dein 'Kruzitr├╝rken' ist offenbar so eine Verballhornung: Die Ein- und ├ťberf├Ąlle der Kuruzzen aus Ungarn waren genauso erschreckend wie jene der T├╝rken zwanzig, drei├čig Jahre vorher. "Kuruzzen und T├╝rken" -> "kruzit├╝rken no amal!".
Ob die 'Kuruzzen' ihren Namen vom 'Kreuz' herhaben ("Kreuzfahrer, Kreuztr├Ąger") oder von einem ungarischen Wort f├╝r "Aufst├Ąndische", das wei├č man allerdings nicht.

So, verzeih mir die Vorlesung.!
├ťbrigens: Dein Wortspielchen Gemse//ge(b)m Se ist s├╝├č. Auch lehrreich f├╝r die Leute, die immer noch fest glauben, 'Scherm' sei ein ganz anderes Wort als 'Scherben'.

Interkonfessionell w├╝nsch ich auf amerikanische Gutmensch-Art: Happy holidays!

K.

Und ich w├╝nsch auch einen guten Rutsch ( auch eine Verballhornung mit Volksetymologie: jiddisch 'rojsch' = Kopf, Anfang )

Re: Die immerw├Ąhrende Diskussion um die Rechtschreibreform

wuppl 19.12.2008
Wieder etwas gelernt, deswegen mag ich die seite auch so...sei bedankt

dank ebenfalls auch f├╝r die netten w├╝nsche eines guten anfangs im neuen jahr den ich gerne zur├╝ck- und weitergebe (wobei mich jedes neujahrsmail ma├člos ├Ąrgert, dass einen guten rutsch INS neue jahr anstelle des korrekten dativs IM w├╝nschen *grrrr*)

lg
wuppl

Re: Die immerw├Ąhrende Diskussion um die Rechtschreibreform

Weibi 19.12.2008
@Wuppl,

w├╝rdest du das bitte n├Ąher belegen, das mit dem "guten Rutsch IM neuen Jahr"?

lG, Weibi

Re: Die immerw├Ąhrende Diskussion um die Rechtschreibreform

Amalia 19.12.2008
Eine kleine Randbemerkung zu Rechtschreibreform

Nun m├╝ssen wir ja beh├Ąnde sagen, behende ist verp├Ânt, weil beh├Ąnde angeblich ? von den H├Ąnden kommt.
Ich werde in Zukunft nimmer nie nicht sagen: Ich eilte behende den Berg hinunter, denn das mach ich mit den F├╝├čen, also werden wir ein neues Wort kreiren m├╝ssen.
Ich eilte bef├╝├če den Berg hinunter

Re: Die immerw├Ąhrende Diskussion um die Rechtschreibreform

Koschutnig 20.12.2008
Also, " behende " hab ich eigentlich nie gesagt, sondern meistens "schnell", oder "gach" (das norddeutsch zu "j├Ąh" geworden war), auch" flott". Geschrieben aber hab ich's schon, das ist klar.
Dass sich die RS-Reformer sich nun f├╝r " beh├Ąnde " entschieden haben, ist zumindest historisch gerechtfertigt. Althochdeutsch waren die "H├Ąnde" henti (Umlaut) - mit der Rechtschreibung hatte man's noch nicht so. Was bi henti war, war "bei den H├Ąnden", heute "bei der Hand", schnell greifbar.
Darauf bei der Schreibung aber nun zur├╝ckzugehen, ist, finde ich, wirklich nicht notwendig; dran denkt doch wirklich niemand mehr. Da stimm ich dir voll zu: "Beh├Ąnde laufen" ist ja wirklich ein Zirkuskunstst├╝ck, wo doch schon der Hand s t a n d nicht jedermanns Sache ist.

Richtig bel├Ąmmert, w├╝rd' ich sagen - und bei diesem Wort hat man wohl volksetymologisiert , denn von "L├Ąmmern" kommt das nicht. Ganz unrecht aber ist das ├Ą wahrscheinlich auch wieder nicht, denn das Wort d├╝rfte von lahm abgeleitet sein. Es gibt alte norddeutsche Quellen, wo belemmen "l├Ąhmen" bedeutet; 'belemmert' war also 'geistig gel├Ąhmt'. Aber andere meinen, es komme von hebr├Ąisch b'li emor = 'ohne Sprache', also "sprachlos, verdattert". Ist aber auch kein Grund f├╝r ein "├Ą"

Und da ich schon wieder beim Jiddisch/Hebr├Ąischen bin,
darf ich gleich wuppls "ma├člosen ├ärger" deuten?
Da der "Rutsch" ja eigentlich "der Kopf" oder "Anfang" ist, sollte man einen guten Anfang IM n├Ąchsten Jahr w├╝nschen, meint er wohl.
Man k├Ânnte aber doch auch ins neue Jahr "k├Âpfeln", nicht, wuppl?

"Season Greetings" allerseits.
K

Zu JoDos Verweis auf Paul Jandl (der k├Ânnt', so wie's ausschaut, ein Verwandter vom Ernst Jandl sein):
G.B. Shaw hat die Eink├╝nfte aus seinen Werken f├╝r seine Stiftung zwecks englischer Rechtschreibreform bestimmt. Die ist vielleicht grandios, sag ich euch! ! !

Vorschl├Ąge zur Vereinfachung der deutschen Rechtschreibung

JoDo 22.12.2008
Sechs Schritte zur Vereinfachung
der deutschen Rechtschreibung

Erster Schritt: Wegfall der Gro├čschreibung

einer sofortigen einf├╝hrung steht nichts mehr im weg, zumal schon viele grafiker und werbeleute zur kleinschreibung ├╝bergegangen sind.

zweiter schritt: wegfall der dehnung und sch├Ąrfung

dise masname eliminirt schon di gr├Âste felerursache in der grundschule, den sin oder unsin unserer konsonanterverdopelung hat onehin nimand kapirt.

driter schrit: ersezen von v und ph durch f; ersezen von z durch s; verk├╝rzen von sch auf s

das alfabet wird um swei buchstaben redusirt; sreibmasinen und setsmasinen fereinfachen sich; wertfole arbeitskr├Ąfte k├Ânen der wirtsaft sugef├╝rt werden.

firter srit: ersezen von g, c, und ch durch k; von j und y durch i

ietst sind son seks bukstaben ausgesaltet; di sulseit kan sofort fon neun auf swei iare ferk├╝rst werden. Anstat aktsik prosent rektsreibunterikt k├Ânen n├╝slikere f├Ąker wi fisik, kemi oder auk reknen mer kepflekt werden.

f├╝nfter srit: wekfal fon umlauten

ales uberflusike ist ietst auskemertst; di ortokrafi wider slikt und einfak, naturlik benotikt es einike seit, bis diese fereinfakunk uberal riktik ferdaut ist; fileikt ein bis swei iare. anslisend durfte als nekstes sil di fereinfakunk der nok swirikeren und unsinikeren kramatik anfisirt werden.

sekster srit: wekfal fon satseiken und lersrit

ietstwirddiferstendlikeitderkesribenensprakenokbeserdennunkanmanalesineinem
sreibenoneaufdisinlosensatseikenaktkebensumusendisreibunsetsmasinenbenotiken
ietstnurnokdreisiktastenundwerdendadurknokfilbilikereswereaukmoklikdasalesauf
swansiktastensuredusirensifernwerdenmitsiftbetetiktikhofesikenensikietstausund
genisendineueundfereinfaktesrift

Re: Die immerw├Ąhrende Diskussion um die Rechtschreibreform

Koschutnig 20.01.2011
"Klar, einfach und verl├Ąsslich wollte Konrad Duden die deutsche Rechtschreibung regeln. Aus dieser Absicht ist nicht viel geworden. Zur Strafe daf├╝r verbindet sich der Name "Duden" f├╝r alle Zeit mit dem ├╝berfl├╝ssigsten und, wie Heimito von Doderer meinte, d├╝mmsten deutschen Buch.*)
"Schreibe, wie du sprichst!" hie├č Dudens Leitmotiv: Wenn er sich selber nur dran gehalten h├Ątte! Dann w├Ąre es bei dem bescheidenen und ├╝berschaubaren B├╝chlein geblieben, das nicht mehr wollte, als Druckern und Setzern in Zweifelsf├Ąllen Sicherheit zu verschaffen."
Aus: "Ein Sieg der Pfennigfuchser", DIE WELT Online, 6. 3. 06
http://www.welt.de/print-welt/article201969/Ein_Sieg_der_Pfennigfuchser_Kolumne.html

*) ÔÇÄ"Orthographie ist das Haxl, bei dem die Schullehrer das Schreiben erwischt zu haben meinen, und es also da festhalten; es hinkt dann freilich bei ihnen auf den drei ├╝brigen Beinchen. Dudens deutsche Rechtschreibung ist das d├╝mmste deutsche Buch; und es gibt ihrer viel dumme. Ich w├╝rde nie einen Duden in meiner Bibliothek dulden." (1953).
Heimito v. Doderer, "Repertorium: ein Begreifbuch von h├Âheren und niederen Lebens-Sachen", C.H.Beck, 2. Aufl., M├╝nchen 1996, S. 176
http://tinyurl.com/477lu2p

Gleich danach ├╝ber "├ľsterreich", "Der ├ľsterreicher"...




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Das ├Âsterreichische W├Ârterbuch stellt eine Sammlung von ├Âsterreichischen W├Ârtern dar um die Unterschiede des ├Âsterreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind ├╝ber 1300 W├Ârter ins W├Ârterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene W├Ârter gibt.

Die Urspr├╝nge des W├Ârterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von ├ľsterreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

├ľsterreichisches Deutsch bezeichnet die in ├ľsterreich gebr├Ąuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in ├ľsterreich gebr├Ąuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom ├Âsterreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und f├╝r Schulen und ├ämter des Landes verbindliche ├Âsterreichische W├Ârterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in ├ľsterreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der ├Âsterreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern gel├Ąufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in ├ľsterreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronl├Ąndern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine gro├če Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das ├Âsterreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zur├╝ck.

Au├čerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell ├Âsterreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdr├╝cke sind durch Vertr├Ąge mit der Europ├Ąischen Gemeinschaft gesch├╝tzt, damit EU-Recht ├ľsterreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in ├ľsterreich abseits der hochsprachlichen Standardvariet├Ąt noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.