Bei Bayern? [ von Koschutnig am 2008-12-12 18:46:41 ]
JoDo berichtet, in Wikipedia stehe, 'Bayer' sei in Österreich für 'Quecke' gebräuchlich.
Der Autor dieser WP-Behauptung
Wikipedia-"Experte" Nr. 80.121.14.1 hat Gehörtes sehr eigenwillig mit dem Freistaat assoziiert. Die Bemerkung verschwand endgültig am 17. Dez. 2008
Peier, Beier, auch
Peuer, Päuer geschrieben, ist vor etwa 900 Jahren aus dem Tschechischen gekommen
- schon vor der mhd. Diphthongierung [i:] zu [ai]
zu/von tschech. 'pyř' - 'Quecke'
Das slowen. 'pir' ( - später allerdings zum 'Dinkel' geworden) hat parallel dazu zum "Paier" in Kärnten geführt
Auch die Formen "Baia, Bair, Bajer" (in Niederösterreich und dort hyperintellektuell gelegentlich tatsächlich auch "Bayer" geschrieben!) sowie "Peierich" (Steiermark) scheinen auf und sind wie "Paier" in Kärnten slawischer Herkunft.(Henriette's Herbal Homepage: Triticum repens).http://tinyurl.com/3kwjey2
Beim "Bei", das in NÖ ebenfalls verbreitet ist, hat offenbar irgendwer irgendwann nicht mehr genau hingehört, wodurch ist der letzte a-Laut verloren gegangen ist.
Dass die Bayern ebenfalls aus Böhmen gekommen sind, das, ehe sie dort ihren Namen vom Land übernahmen, bereits ein
Bojer-Heim gewesen war, dürfte dem Unkraut namens "Peier/Bei" wohl unbekannt sein.
Vgl. : Peter Wiesinger, Österreich als Sprachgrenz- und Sprachkontaktraum.
In: Germanische Linguistik Heft 103 (1999), S. 516. http://tinyurl.com/3jas3p3