[ von anachoret am 2010-03-04 12:12:58 ]
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867, Sp. 295-296.
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Behei (Lärm, Geschrei).
1. En grot
Behei en necks en de Täsch. (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 151.
2. En grôt
Behei on en Ei op de Kâr. (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 151.
3. En grôt
Behei on wenig drop. (Meurs.) – Firmenich, I, 402.
4. Völ
Behei, grosse Pomei en wenig Geld, messfelt Gott en de Welt. (Aachen.) – Firmenich, III, 232.
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Quelle: http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Behei+%28L%C3%A4rm,+Geschrei%29
Eischwiele Platt:
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Behei/ Buhei (letzte Silbe betont) m. unnötiger Aufwand, Aufsehen, viel Aufhebens, Brimborium, protziges Gehabe, Spektakel -
Behei maache< etwas aufbauschen, Lärm um nichts machen, prahlen
Behei on nüüß dohenge; nackse Behei leere Prahlerei..."
Quelle: http://www.eischwieleplatt.de/woerter/b.html
Buhei und (als Variante)
Bohei finden sich im Duden.
"Smudo: „Dresden hat den Nazi-
Buhei nicht verdient!“
Quelle: http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/smudo-dresden-hat-den-nazi-buhei-nicht-verdient
"
Buhei ums sprechende Brot: "Bernd das Brot" ist eigentlich ein Maskottchen des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals. Seit einigen Monaten entwickelt sich das animierte Backwerk jedoch zum heimlichen Kultstar für erwachsene Zuschauer - obwohl Bernd dauerdepressiv und mürrisch ist. Oder gerade deswegen."
Quelle:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,269718,00.html
"Innerhalb weniger Wochen verwandelte sich sein Feuilleton in einen angelsächsisch dominierten Visionszirkus um
Klon-Bohei und künstliche Intelligenz, in dem seither Wissenschaftler wie Craig Venter das Klagen haben."
Quelle:http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-18479646.html
"Das
Bohei ist vorbei. Am späten Sonntagnachmittag wurden in der Wabe in Berlin-Prenzlauer Berg die GewinnerInnen des 16. Open Mike, des Wettbewerbs für junge angehende Literaten, gekürt."
Quelle: http://www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/%5Cich-stinke-nach-grossmutters-tod%5C/
"„Mach nicht so ein
Bohei!”, schimpfte unsere Mutter früher mit meinem kleinen Bruder, wenn der mal wieder mit allen Mitteln seinen Kopf durchsetzen wollten. Ich erzählte, glaube ich, schon mal, dass meine Mutter originelle Worte liebte. Was ihr Ausruf bedeutete, war uns Kindern klar, obwohl wir das Wort nicht kannten:
Bohei war Aufstand, Spektakel, Lärm, Trubel, Gewese, Tamtam. Das Wort wurde zu unserem ständigen Begleiter.
Um so überraschter war ich, dass ich es eines Tages im Wörterbuch nicht fand. Erst als ich es mal in der Zeitung las, als
„Buhei“, war mir klar, warum. Ich hatte es offenbar die ganze Zeit falsch ausgesprochen, unsere Mutter hatte sich geirrt. Bis ich dann Bekannte hörte, die auch immer
Bohei sagten. Ja, was denn nun? Die Wörterbücher bevorzugen
Buhei, lassen aber
Bohei als Variante gelten.
Im Wortistik-Blog hat sich sogar jemand die Mühe gemacht und einmal aufgelistet, wie oft welche Schreibweise in deutschen Internet-Einträgen auftauchen: Dort führt
Bohei mit 15 700 Treffern, dicht gefolgt von
Bohai mit 15 100 Einträgen.
Buhai bekommt dagegen nur 1210,
Buhay 643 und das in den Nachschlagewerken favorisierte
Buhei sogar nur 601 Einträge.
Bohey (589),
Bohay (424) und
Buhey (5) sind dann schon zu vernachlässigen. Die Version mit Bo- führt also bei weitem. Mutter, wir danken dir."
Quelle: http://blog.wissen.de/wissen/ressort/sprachspione/das-bohei-ums-buhei
Wie steht es mit dem englischen "
ballyhoo"?
ballyhoo n., pl., -hoos.
1. Sensational or clamorous advertising or publicity.
2. Noisy shouting or uproar.
tr.v., -hooed, -hoo·ing, -hoos.
To advertise or publicize by sensational methods.
WORD HISTORY
The origin of ballyhoo has been the subject of much speculation. This spelling has actually been used for four different words: ballyhoo, "sensational advertising"; ballyhoo, a spelling of balao, a kind of fish; ballyhoo, a part of the name ballyhoo bird, about which more later; and ballyhoo, a sailor´s epithet for an unpopular ship. This last ballyhoo (first recorded in 1836) was thought to be related to, or the same as, the word ballahou, from Spanish balahú, "a type of schooner common in the Antilles." First recorded in 1867, ballahou, besides being a term for a specific kind of ship, was also used contemptuously of inferior ships. But the connection between these sailing terms or the name of the fish and our word ballyhoo, first recorded in 1901, has not been established. There may, however, be a tie between ballyhoo and the creature called a ballyhoo bird. According to a July 1880 article in Harper´s, the bird had four wings and two heads and could whistle through one bill while singing through the other. Anyone who has ever been on a snipe hunt will know what hunting ballyhoo birds was like."
Spät aufgetaucht, Fische, komische Vögel...
Das stinkt ja förmlich nach Volksetymologie/"Etymogelei". Sollte es am
Ende dieselbe Wurzel haben wie Bahö, Behei, Bohei, Buhei...?