Kuriose Wege [ von Koschutnig am 2011-08-30 19:51:38 ]
geht unsere Sprache mitunter: Da gibt es den Beamten, der niemanden beamtet, sondern selbst beamtet worden, also ein Beamt
eter ist, grad wie den Bedienten, der nie bedient wurde, sondern im Gegenteil ein Bedien
ender (und daher sicher des öfteren "bedient") war, heute jedoch nur noch als "1. Bedienter" und "2. Bedienter" in Theaterstücken eine gewisse (tragende) Rolle spielt. (Schon im großartigen alten Wörterbuch der Brüder Grimm findet sich ein ironischer Absatz zu derlei "Paradoxa", s. http://tinyurl.com/3kbpbqj )
Grammatikalischer Logik folgend steht dann 'ein
em Beamt
en' weiblich 'ein
e Beamt
e' gegenüber. Mehrere derartige (weibliche) Beamte lassen sich aber von den männlichen Beamten sprachlich nicht
unterscheiden, so finden sich stets differenziert die "Beamten und Beamtinnen" ange- und besprochen - und der Singular von 'Beamt
innen ist klarerweise "Beamt
in" - in Österreich wie in Deutschland. Doch auch
die singuläre Beamte findet sich - seltener allerdings - im Sprachgebrauch
beider Länder.
Soviel zum Eintrag.