Zu Jodos Entdeckung von 'kuntanent' (EINTRAGEN!): [ von Koschutnig am 2011-02-21 18:44:39 ]
Das Wort ist aus älterem Italienisch eingewandert, als
incontinente dort grad
’sofort’ bedeutet hat.
Vorher war’s
'unzufrieden', 'nicht enthaltsam' >
dann wurde es über
(schnell) etwas haben wollend verallgemeinert zu
'sofort', 'augenblicklich' und in deutsche Nachbar-Mundarten übernommen –
Danach hat sich’s in der ital. Bedeutung verengt aufs
Sofort-klein -Müssen und dann eben wie bei uns etwas verschoben aufs
Gar-nicht-mehr-den-Harn-zurückhalten-Können.
In Südtirol war’s recht häufig; drauf gestoßen ist offenbar Joseph Schatz (1871-1950) ,
und in seinem Tioler Mundartwörterbuch beschreibt er das Adverb, das er in Welschnofen in der Nähe von Bozen und im Pustertaler Sexten gehört hat.
Heute (?) wird
kuntanent, afn kuntanent und auch
kuntuntanent dort eher als Füllwort
'im Nu', 'sofort', 'geschwind' verwendet, schrieb der Sprachgeograph Walther Mitzka 1963 und 1968.
Quellen:
http://tinyurl.com/68nq3p9
http://tinyurl.com/6lejbwt
http://tinyurl.com/6heqtrd
Zu Maria Hornungs "Pladner Wörterbuch": Bladen, Aussprache [plådn, plodn], ist eine deutsche Sprachinsel südlich der Karnischen Alpen, auf Landkarten als
Sappada zu finden.
Dass das Wort ein bisschen verändert ins Lavanttal gesprungen ist: kurios!
In P/Bladen ist das Adverb auch schon zu einem Hauptwort geworden:
"in an kuntanent" findet sich bei Hornung.
Wie's als Hauptwort nach OÖ gelangt ist, so dass "den Kuntanent" der Welser Märchenerzähler Helmut Wittmann als "einen Moment, einen Augenblick, in dem etwas passiert, kennt-http://www.maerchenerzaehler.at/ -, das sollten einmal die oö. Heimatforscher ergründen!