Deutsch - Österreichisch : Stachelbeere - Agrasel

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Deutsch - Österreichisch : Stachelbeere - Agrasel


Österreichisch :

Agrasel , die , -n

Deutsch :

Stachelbeere

 
Eingereicht von :Russi ( Region : Scheibbs)
Eingereicht am :2005-08-14 19:40:33
Verwendung :ugs
 
Kategorien : noch keine Kategorie




Kommentare
Aussprache: [ von JoDo am 2007-12-26 21:32:02 ]
Ågrås´l
grossularia [ von schurdl am 2008-02-28 00:12:32 ]
Herkunft verballhornt aus dem "Klostergarten-Latein" grossularia. Ist in vielen alten Hausväterbüchern auch so enthalten. Auch heute noch der wissenschaftliche Name für Stachelbeere: Ribes grossularia
[ von schurdl am 2008-02-28 00:14:35 ]
Der gültige wissenschaftliche Name... [ von Josef am 2008-02-28 00:36:31 ]
... ist Ribes uva-crispa. Das ist aber hier nicht so wichtig. Interessanter erscheint mir, dass es in Ö noch weitere landschaftlich-volkstümliche Namen gibt: Nach M.A.Fischer, Exkursionsflora von Österreich ... z.B. "Mungatzen" "Mei(t)schg(a)le", "Mauchale" (ohne Herkunftsangabe) und salzb. "Oaterbotzen". Ich habe die Namen so geschrieben, wie sie in dem erwähnten Werk zu lesen sind.
Für einen so ungültigen wissenschaftlichen Namen halte ich Ribes grossularia auch wieder nicht. [ von Brezi am 2008-02-28 18:14:45 ]
Ich zitiere WEBERLING-SCHWANTES, Pflanzensystematik, S 96: "... Ribes uva-crispa = Ribes grossularia, Stachelbeere ...". Und mit der Herleitung hat schurdl ebenfalls recht. Auch das Mineral Grossular hat seinen Namen (wegen der stachelbeergrünen Farbe - ja es gibt auch grüne Stachelbeeren!) von da her.
Gehört zwar nicht hierher... [ von Josef am 2008-02-28 18:28:29 ]
...aber @Brezi: "so ungültig" gibt es nicht - es gibt nur gültig und ungültig! Die Referenz ist auf jeden Fall Flora Europaea http://rbg-web2.rbge.org.uk/FE/fe.html An der Herleitung des Namens Agrasel habe ich ja nicht gezweifelt, denn R. grossularia WAR ja einmal der richtige Name - das ist aber ange her!
Kommentar gestrichen. [ von Brezi am 2008-02-28 19:05:28 ]
Da der hier ursprünglich stehende Kommentar von dem, an den er gerichtet war, als beleidigend empfunden wurde, ziehe ich ihn zurück und lasse lediglich die Anmerkung stehen, dass meine Formulierung 'nicht besonders ungültig' nicht aus sprachlicher Unsensibilität, sondern in der Absicht, einen Spaß zu machen, gewählt wurde. Hough!
Oatabåtzn - Stachelbeeren [ von finaggl am 2008-02-28 20:11:31 ]
gedeihen auch in meinem Garten; Agrasel hab ich noch nie gehört
Agrasel, früher Agras, [ von Koschutnig am 2011-10-17 17:47:31 ]
ist im Mittelalter aus dem Französischen entlehnt worden, verballhornt aus dem Klostergarten-Latein 'grossularia'. Stachelbeeren gab's in allen Klostergärten.
Die Namenswanderung könnte übers Altfranzösische, wo "aigras" die unreife Traube und eine Brühe aus unreifem Obst bezeichnet, und angrenzende romanische Dialekte erfolgt sein. Stachelbeeren sind ja einigermaßen sauer.

Allerdings hieß die Stachelbeere einmal "Kräuselbeere" (in vielen Variationen gibt's den Namen noch) wohl wegen der Haare auf der Beere, und aus dem dt. Namen kann der frühere frz. Name "Groseille" entstanden sein, der bei den Mönchen zur 'grossularia' führte (die engl. "Gooseberry" hat wohl auch nichts mit der Gans zu tun, sondern nur das frz. R verloren.) Die "Uva crispa" (so von Linée genannt) bezieht sich mit dem "crispa" ebenfalls wahrscheinlich auf die Behaarung der Beere, "uva" (= Traube) kann nur auf die äußerliche Ähnlichkeit meinen. "Ribes" aber ist die Familie der Johannisbeeren.

Die von Josef zitierten Bezeichnungen "Mei(t)schg(a)le" (s. Eintrag http://www.ostarrichi.org/wort-16059-reise-at-Maitschgalan%2C+Maischgalan.html) und "Mauchale" (Maucherl) sind Kärntnerisch. Bei Eduard Josch, Die Flora von Kärnten, Kleinmayr 1853, S. 124: " Maucherln: Ribes grossularia"
Die "Mauchalan" sollen als Wort vom slowen. 'mallha', mundartlich 'mauha' (= "Ranzen") gekommen sein, meint H.D. Pohl, "Slawische (slowenische) Lehnwörter im Kärntnerischen", http://www.windische.at/AKADEMIE_FI/SPRACHE/AK_SP_Pohl.htm
Wie der Weg vom "Schnappsack, Ranzen" zur Bedeutung "Stachelbeere" verlief, wird aber nicht geklärt.
Zwar gilt "Mauchalan = Stachelbeere" lokal noch immer, doch häufiger ist jetzt in Kärnten die Verwendung des Wortes für die Mirabellen.
Beurteilungen
2006-01-26 17:54:25(): Qualität=2: Bekanntheit=80%
   
2006-06-22 17:18:43(): Qualität=0: Bekanntheit=0%
   das sind in der ob-stmk "Migatschn"
2006-06-29 18:19:26(Ried im Innkreis): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2006-09-01 19:00:55(): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2006-10-29 23:07:54(): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2006-10-30 06:07:11(Wien 18.,Währing): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   
2007-02-17 01:56:44(Rohrbach): Qualität=0: Bekanntheit=0%
   
2007-05-03 14:30:59(): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   
2007-06-26 20:03:09(Eisenstadt-Umgebung): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2007-08-14 21:19:52(Mattersburg): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   
2007-08-15 11:20:22(): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2007-10-14 22:40:16(Wien 20.,Brigittenau): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   kenne aber (häufigere?) Aussprache \"Ograsel\"
2007-10-15 08:38:55(): Qualität=2: Bekanntheit=80%
   
2008-01-13 06:31:28(Oberpullendorf): Qualität=1: Bekanntheit=100%
   
2008-02-28 00:14:01(Sankt Pölten(Land)): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   
2008-03-01 21:13:55(): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   gesprochen: Ågrås´l
2008-03-04 19:11:31(Wien 10.,Favoriten): Qualität=0: Bekanntheit=80%
   
2008-07-05 14:22:48(Wien 9.,Alsergrund): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2008-09-15 16:27:31(Innsbruck-Stadt): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2008-12-02 14:38:00(Wels(Stadt)): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2008-12-02 15:15:37(): Qualität=1: Bekanntheit=100%
   auch für unappetitliche, häßliche Frauensperson
2008-12-02 23:03:01(Innsbruck-Land): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   noch nie gehört!
2008-12-03 11:40:06(Linz(Stadt)): Qualität=0: Bekanntheit=0%
   
2008-12-04 08:10:26(Liezen): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2009-01-30 08:22:30(Wolfsberg): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2009-01-30 09:02:02(Liezen): Qualität=0: Bekanntheit=0%
   hab ich noch nie gehört, ich kenne nur \"Schtochübearn\"
2009-01-30 20:03:13(Bruck an der Leitha): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   
2009-04-11 09:15:53(Graz(Stadt)): Qualität=0: Bekanntheit=0%
   
2009-07-25 08:44:55(Klagenfurt(Stadt)): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2009-07-25 12:56:46(Sankt Pölten (Stadt)): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   
2009-07-25 19:08:20(): Qualität=1: Bekanntheit=80%
   
2009-07-27 08:17:00(Baden): Qualität=0: Bekanntheit=0%
   
2009-10-28 20:43:58(Klagenfurt(Stadt)): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2009-10-28 22:35:03(Klagenfurt(Stadt)): Qualität=2: Bekanntheit=80%
   Nicht in ganz Österreich üblich; in Kärnten sagt man Mauchalan/-elen oder Maitschgelen. Agrasel kommt aus dem Romanischen (altprovenzalisch agras "unreife Weintraube")
2009-12-26 09:52:01(Wien 3.,Landstraße): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   
2009-12-26 18:36:34(Tulln): Qualität=-1: Bekanntheit=100%
   Mundartwort kann man nicht so schreiben
2009-12-26 20:01:45(Wien 17.,Hernals): Qualität=1: Bekanntheit=100%
   als Agreschel bekannt, wobei meine Eltern nicht einig waren ob Agreschel oder Angreschl
2010-02-16 01:30:33(Krems an der Donau): Qualität=-1: Bekanntheit=100%
   aber ogrosl gesprochen, ob man es so schreibt wie hier ?
2010-02-16 11:32:28(): Qualität=1: Bekanntheit=80%
   Auch als Haariger-unguter Mensch zu verwenden
2010-04-20 04:40:52(): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2010-04-20 09:14:13(Urfahr-Umgebung): Qualität=1: Bekanntheit=100%
   hier auch "Agras" oder Agrasl" genannt
2011-05-02 07:43:08(Wien 10.,Favoriten): Qualität=1: Bekanntheit=100%
   
2011-05-07 16:25:51(Perg): Qualität=2: Bekanntheit=80%
   
2011-05-07 21:32:04(Mödling): Qualität=1: Bekanntheit=80%
   
2011-05-09 07:09:18(Hermagor): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2011-05-09 08:58:16(Baden): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   
2011-06-27 17:33:37(Wien 16.,Ottakring): Qualität=1: Bekanntheit=80%
   die Schreibweise habe ich noch nicht bewußt so gesehen - wenn, dann gleich mit skandinavischem Kringel-A
2011-06-27 20:16:54(Wien 19.,Döbling): Qualität=2: Bekanntheit=80%
   
2011-06-28 16:16:22(Wien 19.,Döbling): Qualität=1: Bekanntheit=100%
   Ogrosl kommt der Aussprache näher.
2011-08-20 22:05:14(Liezen): Qualität=2: Bekanntheit=20%
   
2011-10-12 09:01:45(): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   
2011-12-05 10:19:54(Gmünd): Qualität=1: Bekanntheit=100%
   
2012-01-27 16:09:27(Linz(Stadt)): Qualität=2: Bekanntheit=20%
   
2012-05-14 20:46:16(Graz(Stadt)): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   Interessant, dass es im Ukrainischen "agrest" heißt oder zumindest hieß.
2012-10-20 14:42:03(Wien-Umgebung): Qualität=2: Bekanntheit=80%
   
2012-10-20 14:43:49(Wien 5.,Margareten): Qualität=1: Bekanntheit=80%
   
2012-12-12 18:58:24(Krems an der Donau): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2013-02-07 10:05:00(Wien 14.,Penzing): Qualität=1: Bekanntheit=100%
   
2013-07-20 22:13:44(Graz(Stadt)): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2013-08-13 10:26:45(Vöcklabruck): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2013-09-13 07:03:07(Klagenfurt(Stadt)): Qualität=2: Bekanntheit=80%
   
2014-04-09 06:53:04(Hallein): Qualität=2: Bekanntheit=80%
   Haben wir in Salzburg nicht so genannt, aber ein Freund aus Niederösterreich.
2014-04-11 05:07:37(Krems(Land)): Qualität=0: Bekanntheit=-50%
   
2014-04-14 18:27:53(Graz(Stadt)): Qualität=2: Bekanntheit=80%
   
Agrasel

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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.