jene Steuer die man freiwillig zahlt [ von rolandschweiger am 2009-01-25 00:30:33 ] Mein Vater (urspr. aus Graz aber hat fast die gesamte Zeit seines Lebens in Wien gewohnt) hat den Ausdruck öfter mal gebraucht iS "ich geh noch Deppensteuer Zahlen" = ich fülle einen Lottoschein aus Nicht schlecht, [ von klaser am 2009-01-25 00:58:39 ] aber es sollte links und rechts die selbe Kategorie von Wort stehen. Etwa "Deppensteuer - Lottoeinsatz" oder so. Eigentlich sollte der ´link´ genügen: [ von JoDo am 2009-01-25 06:49:56 ] http://derstandard.at/?url=/?id=2794257%26sap=2%26_pid=6288683
Aber, weils so schön ist, hier der volle Wortlaut:
Deppensteuer
Wenn das Finanzamt zweimal klingelt
Freunde der deutschen Rechtschreibung, aufgemerkt, denn mit der Steuer verhält es sich nämlich so: "Steuern, die nach dem Gegenstand benannt sind, schreibt man ohne Fugen-s, weil der Steuergegenstand Akkusativobjekt ist. Also: Einkommensteuer (lies: Steuer auf das Einkommen, nicht: Steuer des Einkommens, also nicht Einkommenssteuer), Vermögensteuer, Verbrauchsteuer. Ein Fugen-s steht, wenn die Steuer nach dem Schuldner oder Gläubiger benannt ist und dieser im männlichen oder sächlichen Singular steht. Es heißt deshalb Reichssteuer, Unternehmenssteuer, aber Gemeinschaftsteuer, Gemeindesteuer."
Behauptet jedenfalls Dr. Stefan Homburg, seines Zeichens Universitätsprofessor für Öffentliche Finanzen an der Universität Hannover und Streuerberater ebenda in seiner "Allgemeinen Steuerlehre", Verlag Vahlen, München 2003. Und in einer etwas galligen Fußnote fügt Homburg hinzu: "Leider sind diese traditionellen Regeln dem Gesetzgeber nicht mehr bekannt, der 1994 ein ,Umwandlungssteuergesetz’ (!) (BGBl. I, S. 3257 ff.) beschloss. Der Duden setzt sich hierüber ohnehin großzügig hinweg und lässt die Schreibweise ohne Fugen-s generell nur als ,amtlich’ gelten."
Zum Glück stellt sich das Fugen-s-Problem bei der Deppensteuer nicht: Das Wort Depp kann zwar an sich die Genitivendung -s haben, in der Kombination mit "–steuer" entstünde aber das unausprechliche "Deppssteuer", sodass man tunlichst zur ebenfalls existierenden Form des "Deppen" greift und von der "Deppensteuer" spricht. Leider bleibt so die Frage offen, ob die Deppensteuer eine Steuer ist, die nur von Deppen (als Schuldner) entrichtet wird oder ob vielmehr das Deppertsein als Steuergegenstand gemeint ist. Möglicherweise hat dazu der eine oder andere Leser etwas Intelligentes beizusteuern – ebenso wie zur Klärung der Frage, was denn nun alles unter den Tatbestand einer Deppensteuer fällt.
Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at. Hier irrt der Univ-Prof . [ von Koschutnig am 2009-01-25 21:11:51 ] Dr.Stefan Homburg in JoDos Zitat aus dem STANDARD mag ein Univ.-Prof. sein, aber er ist 's für Öffentliche Finanzen; Sprachwissenschaft(l)er ist er ganz sicher keiner: Er verwechselt das "Fugen-s" mit dem "Genitiv-s", die längst schon verschiedene Dinge sind. Was meint er wohl zu zum Liebe sleben der Arbeit slosen? Oder zur "Freiheit sstatue",zur Schiffahrt slinie, zum Abfahrt slauf, zur Ankunft szeit, zum Armut szeugnis zur "Meinung sfreiheit", ? Ist er so wirklichkeit sfremd? Lauter -s-bei weiblichen Hauptwörtern, die nach seiner Argumentation falsch wären und weggehörten! Das -s- des Genitivs hat sich längst verselbständigt und füllt oft die Nahtstelle zwischen den einzelnen Gliedern einer Zusammensetzung (die "Komposition sfuge") als Fugenelement auch dort, wo das -s ursprünglich nicht hingehörte - eben als "Fugen-s" oder "Binde-s".
Es findet sich vor allem bei den Feminina auf die Nachsilben -ung (Regierungs-, Besserungs-, Tötungs-, Befreiungs-, Wohnungs- Weisungs-, Erklärungs-...), -heit (Freiheits-, Mehrheits-, Sicherheits-, Schönheits...), -keit (Minderwertigkeits-, Flüssigkeits-, Tätigkeits-Müdigkeits-...), -schaft (Landschafts-, Wirtschafts-, Gesellschafts-, Freundschafts-, Bereitschafts-...), -ion (Pensions-, Kommissions-, Sposions-...), -tion (Promotions-, Stations-, Speditions-...) Endlich [ von JoDo am 2009-01-26 05:04:51 ] eine gscheite und auch verständliche Darlegung des leidigen Fugen-Themas (dessentwegen ich den Artikel gar nicht zitiert habe, sondern nur, weil er schlicht köstlich ist), aber lernen kann man auch und gerade aus solchen Fehltritten. Auch so gelehrige Seiten wie die wikipedia ist bei diesem Thema gar nicht so informativ:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fugenlaut
Das Duden-Newsletterarchiv schreibt:
http://www.duden.de/deutsche_sprache/sprachberatung/newsletter/archiv.php?suchwort=Fugen-S&id=30 |