"Bratelgeiger" ist die standardisierte Normalform [ von Koschutnig am 2012-02-06 18:02:32 ]
und "Bratlgeiger" wird sie gern ugs. geschrieben
* Bei Rosegger heißt er "Bratelgeiger" - http://tinyurl.com/6rarnxf
* 1925 erschien "Der Bratelgeiger", Tiroler Erzählungen von Rudolf Greinz, und der wurde zufällig im Innsbrucker Vorort
Pradl geboren (Greinzgasse Wien XXII)
* Mit der Erklärung "Bratelgeiger = Bratschengeiger" haben die engl. Autoren einer Anthologie dt. Frauenliteratur allerdings daneben getroffen. - http://tinyurl.com/7er2her
* Bei Emil Ert heißt er "Bratlgeiger":
Es hätte vermutlich doch nichts anderes mehr aus ihm werden können, als was man einen Bratlgeiger nennt ("Im Haus zum Seidenbaum")
*
Das allerdings recht gute Quartett — früher einmal hat man Bratlgeiger gesagt — hat nie mehr als 3 Stunden gespielt und dafür...20 Gulden nebst Verpflegung (worunter 14 Seiteln Wein) bekommen. Über die 'Schmutzerei' is
der Herr Bratlgeiger-Direktor D. in eine maßlose und höchst beleidigende Schimpferei ausgebrochen. , erfuhren die Wiener 1875 ( "Wiener Tänze" Bd. 20,1 (2010))
* Ebenso lässt 1863 der Verfasser Anton Langer in seinem "Lebensbild mit Gesang" "
Strauß und Lanner" Letzteren "Bratlgeiger" sagen:
Vielleicht kommt einmal eine Zeit, wo die Leut mit Wehmuth an die Zeit der Bratlgeiger z'ruckdenken - weil auch die Zeiten der Brat'ln vorbei sein werden.In "Wiener Volks-Bühne", S. 127 - http://tinyurl.com/7tkgvod
Doch wie immer Folkloregruppen sich schreiben mögen, wie immer unbehauchte "t" ausgesprochen werden mögen - eine Schreibung mit "d" ist reinste regionale Schreibung-Mundart (Gleiches gilt für alle "t" und "p" und deren regionale lenisierte Aussprache!)
p.s.
"Bubi" Bradl war kein Geiger, sondern der 1. Schispringer, der die 100-m-Marke übersprang!